Wie sie Ziele so setzen, dass sie sie auch erreichen

Überall wird uns gesagt, dass wir uns Ziele setzen sollen im Leben. Aber selbst wenn wir das tun, gehen so viele unserer Wünsche doch nicht in Erfüllung.
Ziele setzen ist eben gar nicht so einfach. Aber mit ein wenig Übung im Zielesetzen können sie ihr Gehirn so programmieren, dass ihre Ziele erreichbar werden.

Die wichtigste Regel ist: Was sie sich vorstellen können, das werden sie auch erreichen. Leistungssportler wissen das und haben Visualisierungstraining fest in ihrem Trainingskalender. Michael Phelps zum Besipiel trainierte mehrere Stunden täglich sein Hirn. Das funktioniert genauso auch für nicht-sportbezogene Ziele.
Unter «Vorstellen» ist genau das gemeint: stellen sie sich vor, wie es sich anfühlt, ihr Ziel erreicht zu haben. Mit allen Sinnen. Das schöne Gefühl, wenn sie gelassen, mit einem Lächeln im Meetingraum sitzen und entspannt ihrem Kollegen, der sie normalerweise zur Weissglut treibt, dabei zuschauen, wie er sich einmal mehr selbst schadet.

Durch das Setzen von positiv formulierten Zielen in der Gegenwart oder sogar der Vergangenheit – also sozugagen wenn sie ihr Ziel bereits erreicht haben – programmieren sie ihr Hirn auf Erfolg – es wird dadurch so konditioniert, dass es automatisch nach Lösungen sucht, in den Zielzustand zu kommen. Je mehr sie das in kleinen Dingen üben, desto besser wird es ihnen auch mit Lebenszielen gelingen. Wenn sie sich zum Beispiel bildlich vorstellen, wie erfrischt sie sich nach dem Spaziergang über Mittag fühlen werden, wie sie die Natur dabei geniessen, die frische Luft einatmen, die Vögel zwitschern hören, dann werden sie das Ziel: „über Mittag mache ich einen Spaziergang“ viel einfacher erreichen als wenn sie sich dies nur vornehmen.

Und noch Tip von Vera Birkenbihl: wenn sie sich für 10 Minuten in ihren Zielzustand versetzen können, ohne immer wieder an anderes zu denken, dann ist das Ziel auch wirklich Ihres. Wenn sie das nicht schaffen, ist irgendwas in ihnen eigentlich gar nicht so erpicht darauf. Dann ist es vielleicht nur eins der vielen guten Intentionen im Leben 😉

Managen sie noch ihre Zeit? Oder schon ihre Energie?

«Ich hab jetzt keine Zeit!» Der Spruch kommt ihnen bekannt vor?

Jahrelang bin ich auch meiner Zeit hinterhergelaufen. Schon morgens durfte sich nichts verzögern, sonst war der ganze Tag kaputt. Kam ich schon zu spät zum ersten Meeting, so war klar, dass auch alle nachfolgenden Termine zu leiden hatten. Mein Kalender war eine Katastrophe. Der Tag durchgetaktet, von 6 Uhr morgens bis 22 Uhr, im Halbstundentakt. Jeden Tag und am Wochenende auch noch Verpflichtungen. Nachts hatte ich Alpträume. Der klassische war der: ich hab einen wichtigen Termin oder muss einen Zug erwischen zu einer bestimmten Zeit. Aber auf dem Weg zum Bahnhof werde ich ständig aufgehalten. Der Bus verspätet sich oder mein Velo hat einen Platten, oder jemand schwatzt mich voll, oder die Klotür klemmt, oder die Ampeln sind alle rot oder, oder, oder. Jedes Mal wachte ich mit Herzklopfen schweissgebadet auf. Und immer wieder fragte ich mich: Wie kann ich meinen Tag besser gestalten, so dass alles noch effizienter abläuft und ich auch mal Zeit zum Verschnaufen habe?

Völlig falscher Ansatz, hab ich mittlerweile herausgefunden. Es geht nicht darum, meinen Terminkalender besser zu managen. Es geht darum, meine eigene Energie so einzuteilen, dass am Ende des Tages noch 20% übrig ist. Das ist ein ganz anderer Blickwinkel. Eigentlich ist es wie beim Autofahren. Man hat immer ein Auge Richtung Benzintank. Wie voll ist der noch? Wann muss ich wieder tanken. Und wie stelle ich sicher, dass ich nicht auf Reserve fahren muss?

Was ist das Äquivalent des Menschen zum Benzin des Autos? Unsere Energie! Um unseren Energiehaushalt am Laufen zu halten, braucht es für den Körper drei essenzielle Ressourcen: Schlaf/Erholung, Ernährung und Bewegung. Das sind die Grundingredienzen, damit Body and Mind funktionieren können. Körper und Kopf beeinflussen sich gegenseitig und permanent, das wussten schon die alten Römer.

Wo aber anfangen, wenn sie merken, sie laufen auf Reserve und haben keine Zeit zum Tanken?

Beginnen sie beim Sich-Selbst-Bewusstsein, durch einen Energiereport des Tages. Es kostet nur 5 Minuten dreimal am Tag. Nehmen sie ein Notebook und notieren sie sich eine Woche lang:

  • Mit wieviel Energie fangen sie morgens an? 100% weil sie gut geschlafen haben, oder fängt der Tag schon mit halbvollem Tank an?
  • Wie sieht es Mittags aus?
    • Schon leer? Oder ist noch was drin? Wieviel tanken sie über Mittag? Gehen sie raus sich bewegen? Was essen sie zu Mittag? Mit wieviel Energie gehen sie in die zweite Tageshälfte?
    • Was hat ihnen über den Vormittag zwischendurch neue Energie gegeben?
  • Was bleibt abends noch übrig, bevor sie ins Bett gehen?
    • Schon lange im roten Bereich des Reservetanks? Was machen sie vor dem Schlafen, damit die Nacht gut wird?
    • Was hat ihnen im Laufe des Nachmittags zwischendurch neue Energie gegeben?

Und notieren sie sich jeden Abend 3 schöne Momente, die sie an dem Tag haben. Das hebt die Stimmung vor dem Schlafengehen.

Nach einer Woche, vielleicht am Sonntag, gehen sie über ihre täglichen Energie-Reports und fragen sich:

  • Wie können sie ihre Energiebilanz verbessern? Welche der Dinge, die ihnen während der Woche Energie und schöne Momente gegeben haben, können sie fest in den Kalender einplanen oder regelmässig nutzen für einen Energiesnack?

Setzen sie sich Termine – für ihre persönlichen Energie-Momente. Markieren sie sie mit höchster Priorität – denn es ist ihr Leben, ihre Gesundheit und ihre Zeit, die so kostbar sind.

Andere sind für sich selbst zuständig.

Diversity ist nicht was sie denken

Alle reden von Diversity. Schon seit Jahren gibt es Diversity Networks in Unternehmen, es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass gemischte Teams ein besseres Arbeitsklima haben und bessere Entscheidungen treffen. Meist ist dann gemeint, dass ein Team aus Frauen und Männern sowie jungen und älteren Mitarbeitern bestehen sollte oder dass verschiedene Nationalitäten oder Disziplinen zusammenarbeiten.
Dahinter verbirgt sich jedoch eine potentiell trügerische Annahme: Nämlich dass Menschen verschiedenen Alters, Geschlechts und Nationalität auch unterschiedlichen Input in eine Diskussion bringen werden. Da ist sicherlich viel Wahres dran. Aber auch Teams, die all diese offensichtlichen und messbaren Kriterien erfüllen, sind nur dann wirklich «diverse», wenn sie auch wirklich anders DENKEN.
Nur zu oft finden sich – trotz aller Diversity – Teams in der Situation des «group think» wieder, der Tatsache, dass alle in die gleiche Richtung denken und einem – meist der/m Vorgesetzten – folgen. Kritiker werden ignoriert oder belächelt, man fällt sich gegenseitig ins Wort und echte, kontroverse, und zeitraubende Diskussionen werden erstickt, oder man umgeht sie gleich ganz. Group Think kommt in den diversesten Teams vor.

Deswegen: Lieber ein Raum voll von Männern (oder Frauen), die heftigst miteinander diskutieren, wo unterschiedlichste Ansichten aufeinander treffen, wo man sich leidenschaftlich, aber zielorientiert streitet – als ein Raum voll von Menschen, die alle «anders» sind, wo es aber keine Diskussionen gibt. Etwas neues entsteht nur aus Argumentieren, Verwerfen, einander Zuhören, Hinterfragen und miteinander verbal Ringen. Und hintereinander miteinander lachen können – über des Team’s Diversity.

Der überraschende Effekt einer Überraschung

Sie kommen morgens ins erste Meeting. Ein Team-Meeting. Ihr Vorgesetzter scheint mit dem falschen Fuss aufgestanden zu sein. Seine ersten Worte an sie sind so etwas wie: «Warum hast du gestern nur…?» Sie fühlen sich exponiert vor den anderen, dabei noch völlig unschuldig. In die Ecke gedrängt. Kritisiert. Versuchen sich zu verteidigen. Was folgt ist Gegenargumentation. Am Ende sind sie frustriert und ärgern sich, über ihren Chef, über sich selbst, über die anderen, die ihnen nicht geholfen haben. Der Tag ist gelaufen.

Was ist passiert?

Neurobiologisch hat ihr Vorgesetzter einen Teufelskreis in Gang gesetzt. Den der negativen Emotionen. Der Unterschied zwischen als positiv oder negativ empfundenen Emotionen ist gravierend: unser Körper produziert Stresshormone bei allen negativ empfundenen Emotionen. Erwiesen ist, dass unsere Konzentrationsfähigkeit unter dem Einfluss des wichtigsten Stresshormons Cortisol beträchtlich nachlässt. Wir denken dann nicht mit einem klaren Bewusstsein, sondern werden durch diese negativen Emotionen gesteuert, ob wir es wollen oder nicht. Rationales Denken ist physiologisch blockiert.

Auf der anderen Seite der negativen Emotionen stehen die positiven: Freude, Vertrauen, Liebe, Begeisterung. Sie produzieren das Glückshormon Oxytocin und setzen einen positiven Kreislauf in Gang. Wenn zu Anfang einer Konversation freundliche Worte fallen, das Gegenüber sich wohlfühlt, wird dieser Kreislauf gestartet. Konflikte können im Grunde nur dann gelöst werden, wenn die involvierten Parteien emotional positiv eingestellt sind. Nur dann kann unser Bewusstsein optimal funktionieren. Der Vorgesetzte hat es also in der Hand, den richtigen Kreislauf zu starten.

Nun hat das Meeting aber mit einen schlecht gelaunten Chef begonnen. Gibt es eine Möglichkeit, die Stimmung zu drehen? Ja, gibt es: Überraschung. Sie ist ebenfalls eine Grundemotion des Menschen. So, wie wir bei unserem Gegenüber negative oder positive Emotionen hervorrufen können, so können wir auch Überraschung erzeugen, ganz bewusst. In diesem Fall positive Überraschung.

Sie kann den Teufelskreis negativer Emotionen, z.B. in einem Konflikt, unterbrechen. Überraschen sie ihr Gegenüber. Erwartet er Rechtfertigung von ihnen, geben sie ihm das Gegenteil! Antworten sie mit einem Lächeln, verständnisvollen Worten, vielleicht einfach einer Ablenkung auf ein schönes Thema, das Angebot einer Kaffeepause, oder auch das direkte Adressieren seiner schlechten Laune. Dies unterbricht die Cortisolproduktion. Der Mensch kommt wieder zum Denken. Das Bewusstsein wird aktiviert. Die Situation kann sich lösen. Schlimmstenfalls schalten sie auf Durchzug. Lassen sie ihn reden, bis er fertig ist. Sagen sie «Ja, du hast Recht» und denken sie an das Schöne, das sie abends vorhaben… auch das überrascht – manchmal. Auch keine Antwort kann eine Überraschung sein.

2 Liter trinken täglich – muss das sein?

Wer kennt sie nicht: die Regel, als erwachsener Mensch mindestens 2l Wasser täglich zu sich zu nehmen? Oder auch zu trinken, wenn wir gar keinen Durst haben?

Alles (fast) falsch, erfuhr ich gestern in einer Folge von Quarks (Wissenschaftsmagazin im WDR). Sie berichteten Interessantes zum Thema Wasser. Unter anderem hatten sie diese Regeln auf den Prüfstand gelegt und kamen zum Schluss, dass ein Durchschnittsmensch

  • durchaus auch schon gut mit 1.5 Litern Flüssigkeit zusätzlich zum Essen auskommt
  • sogar leistungsfähiger ist, wenn er sich von seinem Durstgefühl leiten lässt

Warum ist das so? Nun, der Durchschnittsmensch an einen Durchschnittstag mit Durchschnittsleben – also wie wir alle, ohne dass wir besonders Sport treiben, verlieren an Flüssigkeit 1.5 l über den Urin, 0.5 l über das Schwitzen, 0.5 l über das Atmen und 0.2 l über den Stuhl.

Macht unter dem Strich 2.6 l pro Tag. Aber warum reichen dann 1.5l Flüssigkeitszufuhr? Die gute Nachricht ist, dass unser Körper über die Stoffwechselproduktion selbst 0.4 l Wasser produziert und wir über die durchschnittliche (natürlich gute 😉) Nahrung 0.8l Flüssigkeit sowieso schon aufnehmen.

Bleiben 1.4 l Wasser, die wir täglich trinken sollten. Lasst es uns auf 1.5l aufrunden. Übrigens schliesst das Kaffee mit ein. Zwar regt Kaffee die Urinproduktion an, entwässert uns also, aber der Effekt ist nur marginal. Puh!

Und die Sache mit der Leistungsfähigkeit und dem Durstgefühl? Dazu gibt es gemäss Quarks eine Studie mit 3 Gruppen von Velo/Fahrradfahrern, die auf ihre Leistungsfähigkeit getestet wurden. Die erste Gruppe ignorierte ihren Durst, trank also sehr wenig. Die zweite Gruppe richtete ihre Flüssigkeitszufuhr nach ihrem Durstgefühl und die dritte Gruppe musste mehr als ihr Durstgefühl trinken.

Überraschenderweise war Gruppe 2 diejenige, die am leistungsfähigsten war, auch wenn ihr Flüssigkeitshaushalt zwischenzeitlich nicht optimal war.

Find ich alles sehr beruhigend. Heisst, dass ich nicht gleich Angst haben muss zu vertrocknen, wenn ich mal Durst habe.

Und für die, die noch mehr wissen wollen. Hier noch ein paar ZDF (Zahlen, Daten, Fakten) zu Wasser in unserem Körper:

  • Der Durchschnittsmensch (75 kg normalerweise) schleppt ungefähr 45 l Wasser mit sich rum
  • Muskelmasse kann bis zu 75% schrumpfen ohne ausreichend Wasserzufuhr
  • Unser Gehirn besteht zu 70% aus Wasser, unser Blut zu 80%
  • Wasser ist ein Lösungsmittel für Salze und Mineralien im Körper
  • Wasser agiert als Kühlmittel für den Körper
  • Wasser ist DAS Transportmittel für so ziemlich alles in unserem Körper
  • Wasser entsorgt Abfallstoffe aus dem Körper
  • Durch Wasser werden unsere Zellen, und damit unser ganzer Körper gefestigt. Wenn die nicht gefüllt sind, schrumpfen sie, unsere Haut schrumpelt und wir werden schlaff und schlapp.

Schon allein der letzte Punkt bringt mich dazu, vielleicht doch bei den von überall anders empfohlenen 2l Wasser zu bleiben. Denn wer will schon schrumpelige Haut riskieren? Als Frau? Und überhaupt?

Corona lehrt uns Gelassenheit

Gestern hatte ich ein Gespräch mit einem guten Freund von mir. Wer hätte es gedacht? Das Thema war Corona. Wir hatten sehr unterschiedliche Ansichten. Es war ein Streitgespräch und doch keins. Denn wir liessen unsere ggs. Meinungen einfach mal gelten. Hörten einander zu. Jeder konnte sagen, was er dachte. Der andere wertete das nicht und unterbrach auch nicht. Und obwohl wir uns gegenseitig auch kritische Fragen stellten, so akzeptierten wir einfach des anderen Ansichten.

Das war eine erfrischende Erfahrung. Denn in der heutigen Welt ist alles so polarisiert. Menschen hängen an ihren Meinungen. Nur ihre sind richtig und alle anderen haben keine Ahnung. Psychologisch ist es klar: jeder Mensch baut seine Wirklichkeit selbst aus Zahlen, Daten, Fakten, aber auch aus Eindrücken, Meinungen anderer, und den eigenen Erfahrungen zurecht. Gerade die Statistiken, die durch die Welt geistern… Keiner weiss, welche nun wirklich richtig stimmen. «Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast» sagt ein berühmtes Sprichwort. Selbst die Wissenschaftler wissen oft nicht, was nun stimmt. Aber jeder – auch Nicht-Wissenschaftler – beansprucht für sich, Recht zu haben.

Wie wär’s mit arrangieren mit einer Ungewissheit, die es nun mal gibt? Was gestern noch richtig erschien, kann heute schon grottenfalsch sein. Wir können nicht alles wissen, weil diese Corona-Sache einfach was völlig Neues ist. Die Welt hat solch eine Pandemie seit über 100 Jahren nicht mehr erlebt und damals waren wir auch noch gar nicht so weit in unserer Medizin, Wissenschaft und dem, was wir messen und auswerten können. Viele Menschen sind der Ansicht, dass die Statistiken gefärbt und gefälscht sind. Das hörte ich auch im Gespräch mit meinem Kollegen: Regierungen präsentieren die Zahlen so, damit ihre Entscheidungen «quasi-wissenschaftlich» unterlegt sind. Politiker sind ja irgendwie auch in einem Dilemma. Sie wollen gern an der Macht bleiben und wieder gewählt werden. Also ist es essenziell, dass sie sich und ihre Entscheide in ein möglichst vorteilhaftes Licht stellen.

Ja, vielleicht ist das so. Aber vielleicht ist es aber auch ganz anders. Vielleicht haben auch die Recht, die postulieren, dass Corona erfunden ist, dass Viren nun einfach zum Leben gehören wie das Sterben. Dass wir diese Pandemie nun mal einfach durchmachen müssen, es schon gut kommt, wenn man nur sein Immunsystem stärkt. Vielleicht haben auch die Recht. Ich sage nicht, dass das richtig oder falsch ist. Ich weiss es nicht. Keiner kann es genau wissen. Jeder baut sich seine Welt, wie sie für ihn logisch ist. Und die Meinungen, wie die Gesellschaft damit umgehen sollte, gehen aus denselben psychologischen Gründen weit auseinander – auch wenn wir, mal ganz ehrlich, doch alle dasselbe wollen: wieder normal leben!

Wovon ich aber überzeugt bin, ist, dass wir von Corona sehr viel lernen können. Jeder hofft, dass das verhasste Maskentragen, das Abstand-Halten, die Einschränkungen, die gefühlte Bevormundung durch unsere Regierungen, dass das bald vorbei ist. Ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen, als endlich mal wieder meine Freunde und Freundinnen zu umarmen ohne schlechtes Gewissen. Einfach wieder Nähe zu verspüren und Zeit mit tollen Menschen verbringen.

Was uns Corona lehrt, ist mit Dingen klarzukommen, die wir nicht greifen können. Wo Fakten diffus sind und sich jeder seine eigene Wahrheit baut. Wo Freundschaften über polarisierte Meinungen zerbrechen oder schwer Schaden nehmen. Eigentlich lehrt uns dieses Corona unglaublich viel Gelassenheit.

Am Ende unseres Lebens – jeder von uns hat eine Lebenserwartung von 80-90 Jahren – wenn wir dann mal zurückblicken, werden wir sagen: Mein Gott, was waren das für 2 Jahre, die wir damals durchgemacht haben. Aber eigentlich lernen wir sehr viel a) über uns selbst und wie wir mit Dingen und Veränderungen umgehen, die wir nicht greifen oder beeinflussen können – und b) über die Welt, wie die Gemeinschaft auf sowas reagiert. Diese 2 Jahren werden uns rückblickend ruhiger gemacht haben. Wir haben uns arrangiert. Wir gehen jetzt halt mit Maske in den Bus oder den Coop. Restaurantbesitzer schliessen ihr Lokal, weil es nicht anders geht. Auch wenn sie daran zerbrechen. Der Grossteil der Bevölkerung macht die Faust im Sack, fügt sich in die Situation, in der wir stecken und sagt: ok, es ist wie es ist. Ich mache halt das Beste draus.

Das ist Gelassenheit. Wir lernen von Corona so viel darüber. Einfach sagen: ich kann es nicht ändern. Am Ende des Lebens werden es 2 Jahre gewesen sein. Von über 80! Also doch eigentlich gar nicht so viel. Und durch diese 2 Jahre wird jeder etwas gelernt haben, egal ob er es wollte oder nicht – und sei es nur das Maskentragen.

Vielleicht ist dieses Corona am Ende gar nicht so schlecht.

Unser Gespräch ging sehr schön aus. Nach einem solchen Gespräch kann man entweder so auseinander gehen, dass jeder vom anderen denkt, er sei ein Vollpfosten. Oder wir sagen: Auch wenn ich deine Meinungen und Ansichten nicht teile oder nachvollziehen kann, so respektiere ich sie vollumfänglich. Deswegen können wir trotzdem gute Freunde sein. Der andere steigt sogar noch in meiner Achtung, denn er zeigt mir, dass er auch mich mit meiner Meinung akzeptiert.

Es ist schön, wenn man diese Menschen kennt. Wir trennten uns mit dem Spruch aus meiner ursprünglichen Heimat, dem Ruhrgebiet: «Jetzt haben wir uns eine Stunde im Kreis gedreht – und der Arsch ist immer noch hinten!» Und lachten 🙂

Gute Leader schlafen gut

Während meiner Zeit im Management von grossen Unternehmen durfte ich immer wieder an Leadership-Seminaren teilnehmen. Mehr als einmal wurde die Frage gestellt: Was macht einen guten Leader aus? Viele Kriterien wurden genannt… Charisma, Zielorientierung, Professionalität, Menschenführung usw.

Ein Kriterium wurde nie genannt: Ausgeschlafensein

Ja, echt! Studien haben gezeigt, dass gute Führungspersonen, sogenannte «Leaders» sich dadurch auszeichnen, dass sie ausreichend Schlaf bekommen (>7h). Schon lange weiss man, dass Menschen, die zu wenig schlafen, weniger produktiv sind als ihre ausgeschlafenen Kollegen. Durch moderne Schlafforschung konnte man aber auch nachweisen, dass Menschen mit ausreichend und regelmässigem Schlaf denen, die unregelmässig und/oder zu wenig schlafen, in sehr vielen Bereichen voraus sind:

–         Sie haben ihre Emotionen besser unter Kontrolle

–         Sie sind kreativer

–         Sie lösen Probleme schneller und effektiver

–         Sie können andere Menschen besser «lesen» und damit besser kommunizieren

–         Sie sind offener gegenüber Herausforderungen und neuen Aufgaben

–         Sie bewerten ihre Arbeit und ihren Arbeitgeber generell positiver

–         Sie sind die besseren Teamplayer

Unausgeschlafene Führungskräfte haben dann auch noch einen ungewollt negativen Einfluss auf ihre Mitarbeiter. Als Antwort auf die Ineffektivität ihres Chefs sind sie weniger engagiert und weniger produktiv – obwohl die Probanden in den Studien keine Ahnung hatten, dass der Chef wenig oder schlecht geschlafen hatte – Wie im richtigen Leben!

Wenn sie jetzt meinen, das trifft auf sie nicht zu, weil sie generell mit viel weniger als 7h Schlaf auskommen… nachweislich nur 1 von 12’000 Menschen braucht tatsächlich weniger. Leider ist es einem nicht bewusst, weil man sich ja nur so kennt: mit zu wenig Schlaf!

Alles nachzulesen in: Matthew Walker – Why We Sleep

Erwartungen aktiv managen

Das Sprichwort birgt viel Wahrheit, auch wenn ich erst mal kurz drüber nachdenken musste, was das denn bedeutet. Als ehemalige Mathematikerin (das waren noch Zeiten…) reizt es mich aber, diese Formel besser zu verstehen. Einfach gesprochen sagt dieses Sprichwort mir, dass glücklich ist, wer schätzt, was er hat ohne Erwartungen an sich oder andere. Cool! Aber wie soll man das bewerkstelligen in einer Welt, in denen uns schon früh das Bedürfnis antrainiert wird, Erwartungen anderer zu entsprechen?

Immer wieder habe ich Kunden, die beruflich stark unter Druck stehen. Eine grosse Hilfe kann sein, das Thema Druck auseinander zu nehmen und zu eruieren, wo der Druck denn herkommt. Denn dann können sie «selbst-bewusst» darauf reagieren.Dazu hab ich das Erwartungsdreieck entwickelt, mit dem wir strukturiert an die Sache rangehen.
Druck kommt von vielen Seiten. In unserer heutigen Welt kann man sie grob in 4 Bereiche einteilen:

1. Beruflicher Druck = beruflich bedingte Erwartungen
Welchen Erwartungen unterliegen Sie im Beruf? Wer erwartet was? Welche Belohnung (oder potentielle «Strafe») erwartet Sie bei (Nicht-)Erfüllung?

2. Privater Druck = Erwartungen aus dem privaten Umfeld
Wer erwartet was im privaten Umfeld? Familiär, ehrenamtlich, Hobby… Müssen oder möchten sie diesen Erwartungen entsprechen?

3. Gesellschaftlicher Druck = generelle Wertvorstellungen
Diese sind manchmal kniffelig, denn dahinter verstecken sich oft Glaubenssätze, die wir schon als Kind lernen oder verinnerlicht haben, ohne dass wir darüber nachdenken. Beispielsweise die gefühlte Erwartung, dass Sie beruflich immer weiterkommen MÜSSEN, dass materieller Reichtum gesellschaftliches Ansehen bringt, oder dass ein Misserfolg verachtenswert ist.

4. Ach ja, und ich selbst mache mir ja auch noch Druck!
Die Kunden, die zu mir kommen, wollen weiterkommen im Beruf oder Sport. Aus dieser Eigenschaft entwickeln sich schon mal überhöhte Erwartungen an die eigenen Fähigkeiten und eine gewisse Ungeduld, wenn es «einfach zu lange geht»

Einfach ist dieser Prozess nicht. Am Ende steht dann aber die bewusste Entscheidung, ob sie den jeweiligen Druck akzeptieren möchten bzw. wie sie – ohne schlechtes Gewissen – in Zukunft darauf reagieren werden. Am Ende wird klar: Je kleiner die Erwartungen, desto mehr gilt:

Glück = Wirklichkeit

Worte…

Vor ein paar Tage bekam ich innerhalb kürzester Zeit ungefragt beides: anonyme, verletzende Kritik, die mich zutiefst traf – und das schönste Lob und Anerkennung. Da schrieb ich spontan diese Worte

Warum wir in fremden Betten schlecht schlafen

Nicht alle Menschen schlafen gut in der ersten Nacht in einem fremden Bett

Corona sei Dank lese ich nur wieder mehr. Immer um mein Herzensthema herum: Mentale Stärke. Ein Buch, das ich angefangen habe zu lesen, handelt vom Schlafen. Ja, tatsächlich: «Why we sleep» heisst es. Tönt zum Einschlafen? Falsch – es ist faszinierend. Schlaf ist ja noch wenig erforscht und vieles weiss die Wissenschaft noch nicht. Ich brauche auch noch eine Weile, bis ich durch bin, schlafe auch immer mal wieder drüber ein. Zum Glück wertet der Autor das als Kompliment, denn wir lernen im Schlaf, vor allem wenn wir etwas vor dem Einschlafen gelesen haben.

Aber wisst ihr, was ich irrsinnig interessant find: die Tatsache, dass jedes lebende Wesen auf der Welt Schlaf braucht. Auch Fische schlafen. Meeressäuger wie Delphine schlafen dabei aber nur mit einer Hirnhälfte! Und Vögel auch. Aber nur wenn sie allein sind. Wenn sie in einem Schwarm zusammen auf einer Stromleitung sitzen zum Schlafen, dann schlafen nur die äussersten 2 Vögel mit einer Hirnhälfte, alle anderen mit beiden. Wenn die eine Hirnhälfte dann «fertig» ist, drehen sich die beiden äusseren Vögel um und «wechseln». Dabei ist dann auch immer das Auge der wachen Hirnhälfte geöffnet, das andere geschlossen.

Und wir Menschen? Wir schlafen immer «ganz» – aber… auch wir können mit einer Hirnhälfte «weniger tief» schlafen als mit der anderen. Das machen wir zum Beispiel an einem fremden Ort (Hotelzimmer). Jetzt weiss ich, warum es mir immer schwergefallen ist, die erste Nacht woanders gut zu schlafen. Geht eben gar nicht… eine Hirnhälfte passt immer auf, dass nichts passiert.

Zum Glück, auch das ist erwiesen, können wir schon in der 2. Nacht wieder normal schlafen.

Was es alles gibt…