Managen sie noch ihre Zeit? Oder schon ihre Energie?

«Ich hab jetzt keine Zeit!» Der Spruch kommt ihnen bekannt vor?

Jahrelang bin ich auch meiner Zeit hinterhergelaufen. Schon morgens durfte sich nichts verzögern, sonst war der ganze Tag kaputt. Kam ich schon zu spät zum ersten Meeting, so war klar, dass auch alle nachfolgenden Termine zu leiden hatten. Mein Kalender war eine Katastrophe. Der Tag durchgetaktet, von 6 Uhr morgens bis 22 Uhr, im Halbstundentakt. Jeden Tag und am Wochenende auch noch Verpflichtungen. Nachts hatte ich Alpträume. Der klassische war der: ich hab einen wichtigen Termin oder muss einen Zug erwischen zu einer bestimmten Zeit. Aber auf dem Weg zum Bahnhof werde ich ständig aufgehalten. Der Bus verspätet sich oder mein Velo hat einen Platten, oder jemand schwatzt mich voll, oder die Klotür klemmt, oder die Ampeln sind alle rot oder, oder, oder. Jedes Mal wachte ich mit Herzklopfen schweissgebadet auf. Und immer wieder fragte ich mich: Wie kann ich meinen Tag besser gestalten, so dass alles noch effizienter abläuft und ich auch mal Zeit zum Verschnaufen habe?

Völlig falscher Ansatz, hab ich mittlerweile herausgefunden. Es geht nicht darum, meinen Terminkalender besser zu managen. Es geht darum, meine eigene Energie so einzuteilen, dass am Ende des Tages noch 20% übrig ist. Das ist ein ganz anderer Blickwinkel. Eigentlich ist es wie beim Autofahren. Man hat immer ein Auge Richtung Benzintank. Wie voll ist der noch? Wann muss ich wieder tanken. Und wie stelle ich sicher, dass ich nicht auf Reserve fahren muss?

Was ist das Äquivalent des Menschen zum Benzin des Autos? Unsere Energie! Um unseren Energiehaushalt am Laufen zu halten, braucht es für den Körper drei essenzielle Ressourcen: Schlaf/Erholung, Ernährung und Bewegung. Das sind die Grundingredienzen, damit Body and Mind funktionieren können. Körper und Kopf beeinflussen sich gegenseitig und permanent, das wussten schon die alten Römer.

Wo aber anfangen, wenn sie merken, sie laufen auf Reserve und haben keine Zeit zum Tanken?

Beginnen sie beim Sich-Selbst-Bewusstsein, durch einen Energiereport des Tages. Es kostet nur 5 Minuten dreimal am Tag. Nehmen sie ein Notebook und notieren sie sich eine Woche lang:

  • Mit wieviel Energie fangen sie morgens an? 100% weil sie gut geschlafen haben, oder fängt der Tag schon mit halbvollem Tank an?
  • Wie sieht es Mittags aus?
    • Schon leer? Oder ist noch was drin? Wieviel tanken sie über Mittag? Gehen sie raus sich bewegen? Was essen sie zu Mittag? Mit wieviel Energie gehen sie in die zweite Tageshälfte?
    • Was hat ihnen über den Vormittag zwischendurch neue Energie gegeben?
  • Was bleibt abends noch übrig, bevor sie ins Bett gehen?
    • Schon lange im roten Bereich des Reservetanks? Was machen sie vor dem Schlafen, damit die Nacht gut wird?
    • Was hat ihnen im Laufe des Nachmittags zwischendurch neue Energie gegeben?

Und notieren sie sich jeden Abend 3 schöne Momente, die sie an dem Tag haben. Das hebt die Stimmung vor dem Schlafengehen.

Nach einer Woche, vielleicht am Sonntag, gehen sie über ihre täglichen Energie-Reports und fragen sich:

  • Wie können sie ihre Energiebilanz verbessern? Welche der Dinge, die ihnen während der Woche Energie und schöne Momente gegeben haben, können sie fest in den Kalender einplanen oder regelmässig nutzen für einen Energiesnack?

Setzen sie sich Termine – für ihre persönlichen Energie-Momente. Markieren sie sie mit höchster Priorität – denn es ist ihr Leben, ihre Gesundheit und ihre Zeit, die so kostbar sind.

Andere sind für sich selbst zuständig.

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