Kleine Fluchten

Bist du nervös vor deinem nächsten wichtigen Meeting?

Bekommst du Stress, wenn du an die nächste Begegnung mit deinem Nachbarn denkst?

Musst du etwas «über dich ergehen lassen», was unausweichlich, aber höchst unangenehm ist?

Es gibt Momente im Leben, wo du einfach gern aus dem Hier und Jetzt flüchten würdest, es physisch aber nicht kannst. Um runterzukommen. Um dich gar nicht erst aufzuregen. Um dich konzentrieren zu können. Um einfach Abstand zu bekommen.

Dann flüchte doch – mental an deinen persönlichen Ruheort.

Es lohnt sich, so einen Ruheort einmal zu definieren. Dazu nimmst du dir ein Blatt Papier, und ein paar Stifte – und ein paar Minuten Zeit für dich.

Wo gab es in deinem Leben mal einen Ort, an dem es dir so richtig gut ging? Schliesse die Augen, atme ein paarmal tief ein und aus – und beame dich nochmals zurück an den Ort. Wie sah er aus? Was hast du dort empfunden? Was hast du gesehen oder beobachtet? Welche Geräusche und Gerüche hast du wahrgenommen? Wie hast du dich bewegt – und was hast du dabei gespürt?

Nimm diese Vorstellung richtig in dir auf, mit allen Sinnen – und geniesse das schöne Gefühl, das bei dieser Erinnerung in dir entsteht. Je intensiver diese Vorstellung ist, desto besser wird es dir immer wieder gelingen, an diesen Ort zurückzukehren.

Dann öffnest du die Augen und zeichnest diesen Ort auf. Egal, du musst nicht gut malen können. Es ist ja nur für dich. So wie mein Ruheort, den ich hier mit dir teile. Durch das Aufmalen intensivierst du das Gefühl, das du mit deinem Ort verbindest.

Du kannst alternativ auch aufschreiben, in Prosa, wie dein Ruheort aussieht. Was du siehst, hörst, riechst, schmeckst, fühlst und empfindest.

Und am Ende, wenn du deine persönliche Ruheoase gemalt oder beschrieben hast, dann finde ein Schlüsselwort, einen Befehl, für dich, mit dem du dich in Zukunft an deinen Ruheort erinnern wirst. Zum Beispiel: Insel, Blumenwiese, Mount Everest.

Dann fehlt nur noch das mentale Training: für die nächste Zeit, mehrmals am Tag sende dir selbst diesen Befehl und gehe mental an deinen Ruheort.

Dann wird es dir auch gelingen, in den Momenten, in denen du gern flüchten würdest, eine kurze, aber intensive Reise zu deinem Ruheort zu machen.

… dies als eine weitere der vielen Möglichkeiten, in der du Vorstellungstraining praktisch nutzen kannst 😉

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